Lesboshilfe Pressetext

Kurt Walser Allgemein Leave a Comment

Wir sind nicht so

Daniela Egger

9,6 Tonnen Sachspenden kamen zusammen, als sich in Vorarlberg die Organisator/innen der Mahnwachen dem Aufruf von „Wandel“ zu einer Hilfslieferung für das Lager Kara Tepe anschlossen. Die Zustände in dem provisorischen Lager auf der griechischen Insel Lesbos sind verheerend, der Winter wird auch in Griechenland beißend kalt, die Menschen sind krank und verzweifelt. In ganz Österreich wird gesammelt, Geld- und Sachspenden sind bereits auf dem Weg, um die Not zu lindern.

Nachdem jetzt an vielen Orten in ganz Österreich Mahnwachen und Demonstrationen stattfinden, um auf die menschenunwürdigen Zustände an den EU-Außengrenzen aufmerksam zu machen und gegen die harte Hilfsverweigerung der Bundesregierung zu protestieren, ist ein Damm gebrochen. Die schiere Menge an liebevoll vorbereiteten Päckchen, die in der Dornbirner Faehre angeliefert wurden, ist überwältigend. Es waren tausende Säcke, Schachteln und Koffer, die dort von einem wechselnden Team freiwilliger Helferinnen und Helfer handsortiert wurden, um danach nach Art und Größe getrennt in große Schachteln verpackt zu werden. Konrad Steurer, der Geschäftsführer der Fähre in Dornbirn, dachte zunächst an zwei Paletten warmer Kleindung und Schlafsäcke, als er zum Spenden aufrief. Bald danach musste sich das freiwillige Helfer/innenteam auf die Socken machen, um weitere 50 Paletten aufzutreiben, einen eigenen LKW Transport zu organisieren, mehr Freiwillige zu rekrutieren und einen Plan für den Schichtbetrieb zu machen, damit die Hilfsbereitschaft der Vorarlberger Bevölkerung nicht zum Fiasko wird.

Kein Fiasko, sondern Weihnachtsgeschichte

Die Hilfsbereitschaft der Vorarlberger Bevölkerung ist auch dann fantastisch, wenn man etwas ganz dringend benötigt, um helfen zu können. Als der Seminarraum der „Faehre“ an seine Kapazitätsgrenze stieß, durften innerhalb von zwei Stunden die fertig gepackten Schachteln in eine Halle der Kaplan Bonetti Sozialwerke umziehen, wo ein zweites Team die kurzfristig kostenlos zur Verfügung gestellten Paletten packte. Nichts davon ist selbstverständlich, das sind großzügigste Gesten und Geschenke von Menschen, denen es nicht egal ist, was mit den Schwächsten der Gesellschaft geschieht – hier im Land ebenso wie in den Lagern an den EU-Grenzen. Es ist schwer zu schätzen, wie viele Menschen in Vorarlberg ihre Schränke durchforstet haben, um praktische Kleidung und Schuhe zur Verfügung zu stellen – das waren mehrere Tausende, so viel ist sicher. 

Die unbeugsame Haltung der österreichischen Regierung muss weicher werden, sie sollte das Zeichen richtig lesen, das demnächst symbolhaft mit 9,6 Tonnen Gewicht aus Vorarlberg Richtung Griechenland fährt. Wir sind nämlich nicht so, wie unser Bundespräsident schon einmal öffentlich betonen musste.

Nächste Mahnwache am Sonntag, 20. Dezember um 17 Uhr in der Feldkircher Innenstadt.

Spendenkonto „Wandel“: IBAN: AT33 1200 0100 0041 1198

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