Warum bin ich für einen radikalen Wandel in der Politik und Gesellschaft sowie unseres Wirtschaftssystems und für die Bewegung „Der Wandel“

Angelina Tschögl Demokratie, Team 2 Comments

Liebe Freundinnen und Freunde,

seit meiner Jugendzeit bin ich gesellschaftspolitisch engagiert. Mit 17, 18 engagierte ich mich stark für den Frieden, gegen den Vietnamkrieg, gegen die Burschenschafter in der Mittelschule, und ganz stark interessierte mich soziale Gerechtigkeit für alle Menschen auf unserem Planeten. Die logische Folge war, dass ich mich gleich nach der landwirtschaftlichen Matura am Francisco Josephinum entschieden habe, anstatt in Wien Germanistik und Philosophie zu studieren einen fast fünfjährigen Entwicklungshilfeeinsatz zu machen.

Von der indigenen Bevölkerung, den Chiquitanos in Bolivien und später während meiner 22-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit v.a. mit den Embera und Katio in Kolumbien sowie den Mapuche in Argentinien habe ich gelernt, wie ein Leben in, mit und von der Natur aussehen kann, was sich in der Weisheit dieser Völker widerspiegelt: „Handle so, dass deine Aktionen auch nach sieben Generationen noch immer positive Auswirkungen haben auf Mensch und Natur“.

Angesicht der aktuellen Weltlage und als Volkswirt, Ethnologe, Politikwissenschaftler und Agraringenieur darf ich sagen, nur eine radikale Änderung unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems kann uns noch vor einem unheilsamen Absturz ins totale Chaos, der Zerstörung unserer Lebensgrundlage, bewahren. Die Grundlage hierfür ist die o.g. Weisheit der indigenen Völker.

Wichtig finde ich auch, dass sich die Politik und Gesellschaft an den universellen Menschenrechten sowie internationalen rechtlichen Vereinbarungen wie den UN Kinderrechten, dem Asylrecht, Arbeitsrechte der ILO orientiert und diese internationalen Vereinbarungen achten und alle Maßnahmen gemäß dieser setzen; ebenso sind diese Rechte das Fundament für die Wertedebatte in einer Gesellschaft.

Wenn wir das oben Gesagte in aller Eindeutigkeit und Radikalität umsetzen und anstatt der nachsorgenden (CO2-Steuer und E-Mobilität im Individualverkehr) eine vorsorgende Ressourcenwende (Prof. Friedrich Schmidt-Bleek: „Grüne Lügen) mit dem Faktor 10 (=90% weniger Ressourcenverbrauch) als Grundprinzip der Klimapolitik umsetzen und die Mobilität mit öffentlichem Gratisverkehr abdecken, dann würden sich auch viele neue Lösungsansätze ergeben für: Ungleichheit, Kluft zwischen Arm und Reich, Klimaproblematik, Korruption, Lobbyismus der Konzerne und anderer egoistischer Interessensgruppen, Profitgier, ebenso den Migrationsdruck als Folge der Ausbeutung der Mehrzahl der Menschen sowie die Zerstörung der Umwelt. Wir hätten soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit durch selbstbestimmte Gratis-Bildung (Gesamt- und Ganztagsschulen etc.) für alle und das das gesamte Leben lang, Gleichbehandlung, interkulturellen Austausch und Lernen voneinander u.v.m. in einer egalitären Gesellschaft, in der die individuelle Freiheit oder die einer Gruppe dort endet, wo sie anderen schadet. Geprägt von einer Demokratie der Vielfalt mit dem Grundprinzip einer Konsenskultur statt Diktatur mit 50,01% (siehe Brexit).

Ein wichtiger Aspekt zur Lösung vieler Probleme ist die Herstellung der Kostenwahrheit (inkl. Folgekosten für Plastik, Lärm, Feinstaub, Giften/Pestiziden, Artensterben etc. einrechnen für Soziales, Gesundheit, Klima) anstelle von Verboten sowie Subventionen und Marktverzerrungen v.a. in der Landwirtschaft, Industrie, Bergbau, Energiesektor, Verkehr, speziell im Flugverkehr etc. Das bedeutet auch, dass sämtliche ressourcenintensiven Infrastrukturprojekte für den Individualverkehr (PKW, LKW) wie Autobahnen, Stadttunnels (in Feldkirch, S18 u.a.), Versiegelung von Böden etc. einem Ausbau der Infrastruktur für den öffentlichen Verkehr, v.a. Schienennetze weichen muss.

Wichtig für eine andere, ehrliche und der Bevölkerung dienende Politik sind:

Kommunikation und Kooperation statt Konkurrenz und Ausgrenzung.

Statt Parteienförderung gleicher Zugang zu allen Medien und wissensbasiertem Journalismus.

Steuergerechtigkeit statt Steuerhinterziehung/-umgehung und Korruption – angeglichen an das Steuermodell der USA der 30er bis 50er Jahre des 20. Jahrhunderts mit einem Höchststeuersatz bis zu 85%.

„Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht“ (Dr. Felix Löwenstein, Wissenschaftler und Biobauer) = 33% Treibhausgasminderung mit Bio-Landwirtschaft, das Artensterben hat ein Ende und die Gesundheit aller Lebewesen ist gesichert.

Es gäbe noch viele weitere Punkte, die mich bewegen, mich für einen Wandel in der Politik und der Gesellschaft zu engagieren. Und ich muss auch sagen, es fällt mir nicht leicht mich so zu exponieren. Aber wir haben keine Zeit mehr zu verlieren, wir stehen vor ganz großen Herausforderungen und deshalb verlasse ich auch den universitären „Elfenbeinturm“ und trete in den öffentlichen Diskurs ein. Schon immer praktizierte ich auch einen offenen Diskurs, gab auch den Politikerinnen und Politikern aller Parteien die Chance, in meiner Lehre mit den Studierenden zu diskutieren und das mit großem Lernerfolg auf beiden Seiten.

Ich sehe meinen Beitrag als Chance für eine intensive, offene, ehrliche, auf Fakten und wissenschaftlich fundierten Studien beruhende Diskussion über alle Parteigrenzen hinweg, denn es geht nicht mehr um Befindlichkeiten und Macht einzelner Parteien oder selbst ernannten „Führern“, es geht um Handeln jetzt im Sinne der indigenen Weisheit:

„Handle so, dass deine Aktionen auch nach sieben Generationen noch immer positive Auswirkungen haben auf Mensch und Natur“.

Prof. (FH), Ing. Mag. Heinz Allgäuer-Hackl

Comments 2

  1. Lieber Heinz! Ich bin so stolz auf Dich, dass Du Dich in diesen offenen Diskurs hineinwagst und – wie Du sagst – den universitären Elfenbeinturm verlässt. Du bist für mich, vermutlich auch für viele Weitere, ein großes Vorbild und Leitstern jetzt Politik anders anzugehen. Herzlichen Dank Heinz, ich bin froh in einem gemeinsamen Team zu sein!!! Liebe Grüsse, Conny

  2. Ich stimme den Ausführungen von Heinz Allgäuer-Hackl vollständig zu. Aus meiner Sicht kann man inzwischen unsere ANAPSSUNG AN DAS SICH VERÄNDERNDE KLIMA als Hauptziel definieren. Nahezu alle anderen Ziele lassen sich als Nebenziele aus diesem ersten ableiten. Daher ergibt sich für mich die klare Spitzenforderung, die alles zusammen fasst.

    Die Radikalität der Forderungen des WANDELS werden bei der Landtagswahl wohl kein Mandat bringen, aber vielleicht erfahren die GRÜNEN (und natürlich alle anderen Parteien) auf diese Weise, in welche Richtung sie sich noch weiter entwickeln sollten.
    Prof. Dr. Michael Striebel

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